Reisebus vs. Bus - Unterschiede im Energieverbrauch und Betriebsverhalten

Touristenbus vs. Linienbus: zwei unterschiedliche Anforderungen an Solarzellen

Sie sehen sich ähnlich. Beide sind Busse. Beide fahren mit Diesel. Doch wenn es um Solarzellen und deren Nutzen geht, sind der Reisebus und der Linienbus zwei grundlegend unterschiedliche Fahrzeuge – mit einem völlig unterschiedlichen Betriebsprofil, einem unterschiedlichen Stromprofil und einer unterschiedlichen Investitionslogik.

Sie alle über einen Kamm zu scheren, ist der häufigste Fehler in der Diskussion über Solarzellen für den Verkehr.

Der Touristenbus: der stille Verbraucher

Ein Reisebus legt an einem Reisetag in der Regel 800–1.200 km zurück, um sein Ziel zu erreichen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Den Rest des Tages – und in vielen Fällen einen Großteil des Tages – steht er still.

Die Nacht wird auf dem Hotelparkplatz bei ausgeschaltetem Motor verbracht, doch das Gepäck der Fahrgäste und die Ausrüstung des Fahrers erfordern Licht und Belüftung. Das Tagesprogramm umfasst Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten, Pausen in Kantinen, Stadtrundgänge – und der Bus wartet. Grenzübergänge, Fährterminals und Häfen in Dänemark bieten viel zu viele Orte, an denen man lange Zeit mit laufendem Motor und eingeschalteter Klimaanlage stehen bleibt, weil die Fahrgäste eine komfortable Rückkehr auf ihren Sitzplatz erwarten.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Reisebus während einer aktiven Reise täglich 6–10 Stunden Parkzeit ansammelt. In den Sommermonaten läuft die Klimaanlage ununterbrochen. Auf den Informationsbildschirmen werden Werbeinhalte und Fahrplaninformationen angezeigt. Die USB-Anschlüsse werden ständig genutzt.

All das benötigt Strom. Und dieser Strom stammt – sofern kein externer Anschluss vorhanden ist – vom Dieselmotor.

Für den Reisebus sind Solarzellen in erster Linie eine Lösung für die Parkzeiten. Eine Solaranlage auf dem Dach erzeugt Strom genau dann, wenn der Bus stillsteht – vormittags vor dem Hotel, nachmittags an der Sehenswürdigkeit, auf dem Parkplatz, während die Fahrgäste unterwegs sind. Es besteht eine direkte Übereinstimmung zwischen dem Zeitpunkt der Erzeugung und dem Zeitpunkt des Verbrauchs.

CIGS-Solarzellen funktionieren unter südeuropäischen Bedingungen gut und behalten dank der Fähigkeit dieser Technologie, diffuses Licht zu nutzen, auch bei leicht bewölktem Himmel einen nennenswerten Teil ihrer Leistung bei. Für einen Reisebus, der regelmäßig in Frankreich, Spanien, Süddeutschland oder Dänemark unterwegs ist, wird das Potenzial dadurch noch weiter gesteigert.

Der Linienbus: der mobile Verbraucher

Ein Linienbus im Regional- oder Stadtverkehr legt pro Tag weniger Kilometer zurück als ein Reisebus, steht dafür aber selten über längere Zeiträume ununterbrochen still. Er fährt um 6 Uhr ab, ist bis 22 Uhr im Einsatz, und seine Leerlaufzeiten verteilen sich auf viele kurze Halte: 30 Sekunden an einer Haltestelle, 3 Minuten an einer Endhaltestelle, 10 Minuten an einem Treffpunkt.

Das ist ein ganz anderes Szenario für Solarzellen. Hier geht es nicht in erster Linie um die Stromerzeugung während der Fahrt. Hier geht es um zwei Dinge: die Verringerung der Belastung der Lichtmaschine während der Fahrt und das Aufladen der Batterie in den kürzeren Pausen.

CIGS-Solarzellen liefern während der Fahrt kontinuierlich Strom für das Busses Bordnetz. Das bedeutet, dass die Lichtmaschine – die mechanisch mit dem Dieselmotor gekoppelt ist – nicht mehr so stark arbeiten muss, um die Spannung im Bordnetz aufrechtzuerhalten, was zu einem höheren Komfort für die Fahrgäste beiträgt. Die geringere Belastung führt direkt zu einem niedrigeren Dieselverbrauch.

Hinzu kommt, dass Starter- und Hilfsbatterien in Linienbussen täglich vielen kurzen Entlade- und Ladezyklen ausgesetzt sind. Die kontinuierliche Ladeleistung der Solarzellen hält den Ladezustand der Batterie stabil, verringert Tiefentladungen und verlängert die Lebensdauer der Batterie erheblich.

Was gemeinsam ist – und was unterschiedlich ist

Beide Busmodelle haben eine technische Gemeinsamkeit: einen Dieselmotor, der einen Teil seiner Leistung dazu nutzt, ein elektrisches System anzutreiben, das Strom erzeugt, weil es keine bessere Alternative gibt. Solarzellen sind die bessere Alternative.

Das Investitionsargument sieht jedoch anders aus:

Für den Reisebus geht es in erster Linie um Parkdauer und Fahrkomfort. Die starke Sonneneinstrahlung in Süd- und Mitteleuropa, die langen Standzeiten und das ständige Bedürfnis nach Fahrgastkomfort machen die Kalkulation vorteilhaft und relativ einfach.

Bei Linienbussen geht es in erster Linie um die Belastung der Lichtmaschine, die Lebensdauer der Batterie und die Betriebssicherheit. Hier lassen sich die Einsparungen vielleicht etwas schwerer genau beziffern, aber Flottenbetreiber mit 20 bis 50 Bussen spüren sie in der Gesamtdieselrechnung und in der Anzahl der Batteriewechsel pro Jahr.

Touristenbus vs. Linienbus – die Ausstattung ist dieselbe – die Logik ist unterschiedlich

Die CIGS-Module werden ohne Bohrungen direkt auf die Dachoberfläche geklebt. Die Installation dauert in der Regel einen Tag und erfordert keine baulichen Eingriffe in die Karosserie oder die Elektrik des Busses. Der Vorgang ist bei beiden Fahrzeugtypen identisch.

Fragen zum Thema „Touristenbus vs. Linienbus“ können an Jens Ottosen gerichtet werden – Telefon: +45 6089 2020.